Ukraine-Verhandlung in Florida: Ist das der Durchbruch?

Drei

In Miami trafen sich ungewöhnliche Verhandlungsführer, um über mögliche Wege aus dem Ukraine-Krieg zu sprechen. Keine klassischen Diplomaten, sondern wohlhabende Geschäftsmänner mit engen Verbindungen zu Washington und Moskau sollten Lösungen ausloten. Das Ergebnis? Vorläufiges Abwarten und viel Skepsis über Mandate, Interessen und die Rolle Europas.

Wer verhandelt?

Auf amerikanischer Seite standen Steve Witkoff und Jared Kushner im Rampenlicht. Zwei Milliardäre, Immobilienentwickler und Vertraute des US-Präsidenten. Für Russland reiste Kirill Dimitriev an, ein in Kiew geborener Wirtschaftsexperte mit Ausbildung an US-Eliteuniversitäten und Karriere bei Goldman Sachs. Drei Kaufleute, keine Berufsdiplomaten, die über das Schicksal Europas und der Ukraine reden sollten.

Kurzprofil der Akteure

  • Steve Witkoff – US-Milliardär, Sondergesandter des Präsidenten, leitet Shuttle-Gespräche zwischen den Delegationen.
  • Jared Kushner – Trumps Schwiegersohn, bereits in Friedensprojekten im Nahen Osten engagiert.
  • Kirill Dimitriev – Putins Vertrauter, Wirtschaftsexperte mit transatlantischer Bildung und Berufserfahrung.

Wie liefen die Gespräche?

Die Verhandlungsform war klassische Pendeldiplomatie: getrennte Treffen zwischen US-Seite und Ukrainern, sowie zwischen US-Seite und Russen. Ein direktes Gespräch zwischen Moskau und Kiew kam nicht zustande. Das war ursprünglich die amerikanische Einladung und die Hoffnung vieler europäischer Staaten, doch Moskau lehnte ab.

Korrespondent berichtet live vor dem Eingang eines Anwesens in Miami

Ergebnis: Positive Formulierungen über konstruktive Gespräche auf amerikanischer Seite, aber keine greifbaren Fortschritte. Beobachter stellen fest, dass die Positionen noch weit auseinanderliegen und die Mandate der Verhandler grundverschieden sind.

Wirtschaftliche Interessen versus traditionelle Diplomatie

Ein zentrales Thema ist die Vermischung von Geopolitik und Geschäftsideen. In Diskussionen fiel immer wieder das Stichwort Projekt Sunrise – eine Vision für eine Hightech-Metropole im Nahen Osten, die laut Berichten von Kushner und Witkoff vorangetrieben wird. Solche Großprojekte stehen exemplarisch für einen Trend: Frieden verknüpfen mit wirtschaftlichen Chancen.

Zwei Männer in Anzügen sitzen nebeneinander während eines Interviews

Das erzeugt Kritik und Zweifel. Journalisten fragten direkt nach Interessenkonflikten, weil beide US-Verhandlungsführer erhebliche Geschäftsbeziehungen in Golfstaaten pflegen. Die Antwort lautete in etwa: Es gebe keine nachgewiesenen Fälle, in denen private Interessen über das nationale Interesse gestellt wurden, und man wolle sich nicht von reinen Wahrnehmungen leiten lassen.

„Niemand hat jemals einen Fall aufgezeigt, in dem Steve oder ich eine Politik verfolgt oder etwas getan hätten, das nicht im Interesse Amerikas gewesen wäre.“

Dennoch bleibt die Skepsis bestehen: Können profitable Wiederaufbauprojekte wirklich helfen, einen nachhaltigen, gerechten Frieden zu schaffen, oder dienen sie vor allem wirtschaftlichen Eliten?

Europa am Rand der Gespräche

Viele europäische Akteure fühlen sich außen vor. Sigmar Gabriel, ehemaliger Bundesaußenminister und heute Vorsitzender der Atlantik-Brücke, warnt vor den Risiken, wenn wirtschaftliche Interessen das Verhandlungsgeschehen prägen.

Fernsehstudio: Moderator frontal am Pult, zugeschalteter Gast links im Bildschirm

Gabriel betont, dass im Kern des Konflikts nicht die Frage steht, wer am meisten Profit macht, sondern wie ein völkerrechtswidriger Krieg beendet und zukünftige Tote verhindert werden können. Seine Forderung ist klar: Zuerst ein Waffenstillstand, dann Sicherheitsgarantien, erst danach Gespräche über wirtschaftliche Zusammenarbeit.

„Wir werden auch mit Putin reden müssen, aber dafür müssen erstmal die Waffen schweigen.“

Ein weiterer Punkt seiner Analyse: Die aktuelle US-Politik favorisiert bilaterale Deals, weil die USA so in einer stärkeren Verhandlungsposition sind. Das macht multilaterale, europäisch geführte Lösungen schwieriger und kann Europa in eine defensive Rolle drängen.

Mögliche Szenarien: Wie geht es weiter?

Aus dem bisherigen Verlauf lassen sich mehrere realistische Wege ableiten:

  • Waffenstillstand zuerst: Ohne einen ernsthaften Waffenstillstand ist kein nachhaltiger Verhandlungsfortschritt zu erwarten.
  • Bilaterale Deals: Die USA können weiterhin bilaterale Kompromisse suchen, die lokale Lösungen bringen, aber Europa marginalisieren.
  • Multilaterale Verhandlungen: Nur ein deutlich erweitertes Mandat mit europäischen Akteuren könnte Vertrauen und Legitimität stärken.
  • Wirtschaft als Hebel: Finanzielle Anreize für Wiederaufbau könnten den Frieden befördern, aber erst, wenn Sicherheitsfragen geklärt sind.

Was jetzt wichtig ist

Die wichtigsten Parameter für die nächsten Wochen sind:

  1. Ob Russland bereit ist, die militärischen Ziele zu überdenken oder zumindest in einen Waffenstillstand einzuwilligen.
  2. Ob die USA weiter auf bilaterale Formate setzen oder Europa stärkere Rollen zugestehen.
  3. Wie transparent wirtschaftliche Projekte wie Projekt Sunrise in ihren Zielsetzungen kommuniziert werden, um Interessenkonflikte zu minimieren.

Nur wenn Sicherheitsfragen zuerst gelöst werden, können wirtschaftliche Pläne glaubwürdig zum Wiederaufbau beitragen. Bis dahin bleiben Verhandlungen in Miami ein interessantes, aber nicht entscheidendes Kapitel auf dem langen Weg zu einem Frieden.

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